Gutes Raufutter ist die Basis der gesunden Pferdefütterung. Aufgrund des verregneten Sommers ist die Heuqualität in diesem Jahr teilweise sehr schlecht. Außerdem kam es zu hohen Ertragseinbußen, was die Heupreise in die Höhe schnellen lässt. Schlechte Raufutterqualität hat aber weitreichende negative Auswirkungen auf die Pferdegesundheit. Mögliche Konsequenzen von schlechter Heuqualität werden im Folgenden beschrieben:
Schlechte Heuqualität – was tun?
1. Viele Schadstoffe – Gefahr für die Atemwege des Pferdes
Schlechtes Raufutter enthält viele Schadstoffe und belastet dem Atemwegsapparat von Pferden enorm. Verregnetes Heu hat häufig eine hohe Belastung an Schimmelsporen, Keimen und Staubpartikeln. Die sehr empfindlichen Atemwege des Pferdes, also der Kehlkopf, die Luftröhre und die Lungen der Tiere reagieren schnell auf ein erhöhtes Belastungsausmaß. Wenn andere Faktoren noch dazu kommen, wie beispielsweise ein schlechtes Stallklima mit zu wenig Frischluft und hohem Feuchtigkeitsgehalt oder auch zu wenig Bewegung während der Wintermonate, dann ist eine Erkrankung der Atemwege des Pferdes fast vorprogrammiert. Schlechtes Raufutter stellt also eine Gefahr für die Atemwege des Pferdes dar.
2. Belastung des Verdauungsapparates und des Immunsystems
Neben dem Atemwegsapparat des Pferdes wird über minderwertige Heuqualität auch die Darmflora des Pferdes stark belastet. Eine intakte Darmflora ist nicht nur für einen physiologischen Verdauungsprozess und damit gesunden Stoffwechsel wichtig. Auch das Immunsystem steht im unmittelbaren Zusammenhang mit ihr. Keime und Schimmelsporen belasten die Darmflora massiv. Langfristig kann diese Tatsache nicht nur zu Verdauungsproblemen wie Koliken oder Kotwasser führen, sondern auch zu einer schlechteren Futterverwertung.
Es gibt aber häufig auch Probleme in Bereichen, die nicht immer direkt mit dem Verdauungsapparat des Pferdes in Verbindung gebracht werden werden. Beispielsweise wird die Organbelastung von Leber und Nieren deutlich erhöht aufgrund von schlechter Futterqualität. Auch das Immunsystem des Pferdes wird geschwächt, wenn es an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen fehlt.
Eine Mangelernährung kann sehr weitreichende Konsequenzen haben, wie beispielsweise schlechtes Wachstum oder gar Missbildungen beim Jungpferd, schlechte Fruchtbarkeit oder auch Hautkrankheiten und erhöhte Allergie-Anfälligkeit. Nicht zuletzt kann ein Pferd nur schwer volle Leistung bringen, wenn es fehlernährt wird.
Schlechter Heuqualität optimal begegnen
Wie sollte man der schlechten Heuqualität begegnen?
1. Raufutter entstauben
Eine Taktik, um die Staubbelastung von schlechtem Heu zu vermindern, ist, das Heu einem kurzen Waschgang unterziehen – solange es die Temperaturen zulassen. Man sollte jedoch darauf achten, dass man das Heu nicht im Wasser stehen lässt, da sonst noch die letzten Vitamine und Mineralien verloren gehen.
Eine Alternative zum Heu Waschen, wäre es, das Raufutter vor der Fütterung gut aufzuschütteln damit zu entstauben. Allerdings sollten die Pferde während des Enstaubungsvorgangs draussen (auf der Koppel) sein. Ansonsten inhalieren sie erst recht die Schwebstoffe und das wäre nicht sinnvoll.
2. Pferdefütterung durch natürliche Ergänzungsfuttermittel aufwerten
Nachdem es dieses Jahr teilweise zu wenig und eben schlechtes Heu zu kaufen gibt, sollte man unbedingt das Raufutter mit einem gesunden Ergänzungsfutter aufwerten.Beispielsweise Pferdehanf hat aufgrund seiner besonderen Dichte an vielfältigsten Vitalstoffen wie Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen, aber auch essentiellen Aminosäuren und Omega-Fettsäuren die Möglichkeit, minderwertige Raufutterqualität zu neutralisieren. Hanf ist als eine der ältesten Heilpflanzen bereits bei den Ägyptern bekannt gewesen. Pferdehanf ist rein natürlich und wird von den meisten Pferden sehr gern gefressen.
Der besonders hohe Gehalt an Vitalstoffen, im Besonderen aber die im Hanf vorkommenden Antioxidantien und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) wirken wie eine „Verjüngungskur von innen”. Darüber hinaus sagt man Pferdehanf eine „verwertungsoptimierende Eigenschaft” nach. So kann man die Raufutterration langfristig reduzieren und das Pferd ist von innen heraus gegen die Belastungen der kalten Jahreszeit gestärkt.
Bericht zur Verfügung gestellt von Sandra Fencl, ganzheitliche Pferdetherapeutin
www.pferdetherapie.at