Hufrolle und Hufrollenentzündung
Die Hufrollenentzündung entwickelt sich häufig sehr langsam und greift unter anderem den Knochen des Strahlbeines an und ist vor allem in späteren Verläufen häufig irreversibel. In Frühen Stadien gibt es heutzutage jedoch sehr gute Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.
Mögliche Ursachen bei Hufrollenentzündung
Wie so viele Pferdekrankheiten die heutzutage vermehrt auftreten, wird die Hufrollenentzündung neben anderen Faktoren vielfach auf haltungsbedingte Umstände zurückgeführt.
- Überbelastung der Hufrolle überwiegend in der Vorhand
- Kommt bei Wildpferden nicht vor, deshalb kann ein Zusammenhang mit der Nutzung der Pferde als Reit- und Arbeitstier angenommen werden
- zu wenig oder falsche, angezüchtete oder antrainierte Bewegungen – einhergehend mit mangelnder Durchblutung
- Nähstoffmangel bei der Aufzucht
- falsche Hufbehandlung – zu kurze Trachten/zu lange Zehe
- Verletzungen z.B. durch Nageleintritte in Kombination mit einer Infektion der Wunde
- Übergewicht
- es wird auch Vererbbarkeit vermutet, da teilweise auch sehr junge und ungerittene Pferde im Alter von 3 bis 4 Jahren daran erkranken.
Die Symptome bei der Entzündung der Hufrolle können sein:
- klammer Gang
- Taktstörungen in engen Wendungen
- häufiges Verweigern beim Springen, vor allem bei hohen oder weiten Hindernissen.
- Vermeidung von Laufen auf harten Böden
- Entlasten eines Vorderbeins
- häufiges Stolpern
- Pulsation der Fußarterie
- Lahmheit in allen Schweregraden möglich
Bei Verdacht auf Hufrollenentzündungen bitte immer den Tierarzt kontaktieren. Dieser kann durch Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchung und ggf. Betäubung des betroffenen Hufes feststellen, ob sich der Verdacht bestätigen lässt. Geht das Pferd nach Betäubung nicht mehr lahm, bzw. wenn beide Füße betroffen sind geht es dann plötzlich auf der anderen Seite lahm, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Diagnose einer Hufrollenentzündung.
Therapeutische Maßnahmen bei Hufrollenentzündung
Im Anfangsstadium wir die Entzündung der Hufrolle grundsätzlich als heilbar betrachtet. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Arbeit mit dem Pferd unterbrochen wird und es Zeit für ausgiebige Weidegänge bekommt. Regelmäßige Bewegung ist enorm wichtig, damit die Durchblutung der Hufe weiterhin bzw. wieder funktionieren kann. Darüber hinaus gibt der Tierarzt je nach Schmerzzustand entzündungshemmende Mittel. Ausserdem sollte
weitestgehend auf den Gang auf harten Böden verzichtet werden. Der Hufschmied kann durch einen natürlichen Hufausschnitt ein Entlastung der Hufrolle herbeiführen. Weitere Möglichkeiten stellen ein Spezialbeschlag oder eine Huforthopädische Behandlung dar.
Im fortgeschrittenen Stadium der Hufrollenentzündung geht es mehr um das Aufhalten des degenerativen Prozesses und der Vermeidung von Schmerzen, bzw. der Entzündungen.
